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Süßstoff – wirklich schädlich?

Wie gefährlich ist Sußstoff wirklich? Ist die Angst vom Zuckerersatz begründet?

veröffentlicht von Timo Konzelmann

Der übermäßige Konsum von Zucker gilt als eine der größten Gefahren für die Gesundheit der heutigen Gesellschaft. Seit Jahren überbieten sich die Lebensmittelkonzerne daher mit zuckerfreien Produkten. Doch auch die darin vorkommenden Süßstoffe haben alles andere als einen guten Ruf. Zu Recht? 

Schaut man sich heute als Mitdreißiger eine Gruppe Schüler an, fällt einem sofort ein gravierender Unterschied zur eigenen Kindheit und Jugend auf: Der Anteil übergewichtiger Kinder und Jugendlicher ist deutlich angestiegen. Hatte früher jede Klasse ihre ein oder zwei „Dicken“, findet man heute nicht selten Schulklassen, in denen der Anteil der übergewichtigen Schüler dem der normalgewichtigen übersteigt. Kein Wunder: Seit den 90ern hat sich die Zahl der krankhaft dicken Kinder verdoppelt. Das macht sich auch gesundheitlich bemerkbar: Viele Ärzte schlagen Alarm, da sie Kinder und Jugendliche mit Krankheiten wie Diabetes Typ 2, bekannt als Altersdiabetes, einer Fettleber, Gallensteinen und massiven Gelenkproblemen therapieren müssen; Krankheiten, die eigentlich eher Menschen zuzuordnen wären, die auf die Rente zugehen. Neben mangelnder Bewegung machen die meisten Ärzte und auch die WHO den übermäßigen Konsum von Zucker für diese Entwicklung verantwortlich: Die WHO-Empfehlung von 30 Gramm Zucker pro Tag wird in Deutschland im Schnitt mit 90 Gramm massiv überschritten. Um den Menschen dennoch den gewünschten süßen Geschmack zu bieten, ohne aber diese Entwicklung voranzutreiben, werden heute die meisten Lebensmittel auch zuckerfrei angeboten.  

Verlockender Gedanke: Kalorienfreie Süße

Nur vorab: Die großen Lebensmittelkonzerne dürften bei der Entwicklung zuckerfreier Alternativen weniger deine Gesundheit als ihren Profit im Sinn haben. In dem Moment, wo der Absatz an zuckerhaltigen Lebensmitteln sinkt, werden eben Alternativen angeboten. Wir reden hier also von unternehmerischen Überlegungen, keineswegs gesundheitlich-alltruistischen Motiven. Aber jenseits dieser Debatte kann man im Kern festhalten, dass die Zahl der angebotenen zuckerfreien Lebensmittel in den letzten Jahren massiv zugenommen hat. Vor allem Softdrinks bekommt man heute fast durch die Bank auch als „light“ oder „zero“. Um das zu erreichen und vor allem, um die Kalorien pro 100 ml in den werbewirksamen Bereich von null Kalorien zu bekommen, müssen Süßstoffe zum Einsatz kommen. Mit Ausnahme von Stevia werden diese Süßstoffe synthetisch hergestellt, die Zahl der zu Verfügung stehenden Süßstoffe ist dabei vielfältig. Ebenso vielfältig ist jedoch auch die Kritik an eben diesen Stoffen. 

Machen Süßstoffe krank?

Lange Zeit stand der Süßstoff Aspartam im Zentrum der Kritik. Unter anderem solle er Krebs begünstigen, hieß es. 2013 kam die European Food Saftey Authority (EFSA) abschließend zu dem Urteil, dass Aspartam „in den derzeitigen Expositionsmengen sicher ist“ (EFSA 2013). Konkret gelten 40 mg pro Kilogramm Körpergewicht als sicher, was für einen 60 Kilogramm schweren Menschen eine Menge von mehr als 12 Litern Light Getränke, die mit mit gängigen Mengen Aspartam gesüßt wurden, bedeutet. Zu ähnlichen Einschätzungen kamen auch das Bundesinstitut für Risikobewertung 2014 und die Food and Drug Administration 2007.

Weiterhin argumentieren Kritiker, dass Süßstoffe einen Anstieg des Blutzuckers und damit einen Insulinausstoß hervorrufen und überdies den Heißhunger auf Süßes steigern würden. In einer Meta-Studie haben Romo-Romo et al. im Jahr 2016 unzählige Studien auf diese Frage hin untersucht. Die Autoren räumen dabei durchaus ein, dass es Einzelstudien gibt, die entsprechende Beobachtungen machten, weisen aber eindeutig darauf hin, dass der überwiegende Teil der Studien diese Annahmen nicht bestätigt. Im Kern führt das zu der Aussage, dass nach wie vor eindeutige und stichhaltige Beweise dafür fehlen, dass Süßstoffe negativen Einfluss auf den Glukosestoffwechsel oder das Appettitverhalten nehmen. 

Fazit: Süßstoffe sind in normalen Dosierungen unbedenklich – aber nicht unbedingt sinnvoll!

Was heißt das nun? Für Sportler, die darauf bedacht sind, sich gesund und ausgewogen zu ernähren und dabei primär auf unverarbeitete und naturbelassene Lebensmittel zu setzen, ist es durchaus ein Widerspruch, wenn diese sich dann große Mengen eines synthetischen Süßstoffes einverleiben. Auch muss man immer darauf hinweisen, dass die Bewertungen und Studien immer nur den heutigen Wissensstand wiedergeben können. Daher ist es sicher nicht falsch, die Zufuhr von Süßstoffen zu begrenzen. Gleiches gilt indes für Zucker und  damit ist keineswegs nur Kristallzucker gemeint, sondern auch alle anderen Arten von Zucker, die sich hinter teils kryptischen Bezeichnungen verstecken.

Vor über 500 Jahren prägte der schweizer Arzt Paracelsus den Satz: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“ (Paracelsus 1538) Adäquate Mengen Zucker machen weder fett noch krank, gleiches gilt für Süßstoffe, zumindest nach heutigem Wissensstand. 

Quellen

Bundesinstitut für Risikobewertung (2014): Bewertung von Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen Hintergrundinformation Nr. 025/2014 des BfR vom 1. Juli 2014. https://www.bfr.bund.de/cm/343/bewertung_von_suessstoffen.pdf

European Food Saftey Authority (2013): EFSA schließt vollständige Risikobewertung zu Aspartam ab und kommt zu dem Schluss, dass es in den derzeitigen Expositionsmengen sicher ist. http://www.efsa.europa.eu/de/press/news/131210

Paracelsus (1538): Septem Defensiones: Die Selbstverteidigung eines Aussenseiters. Schwabe Verlag, Basel, 2003; S. 510.

Romo-Romo A, Aguilar-Salinas CA, Brito-Córdova GX, Gómez Díaz RA, Vilchis Valentín D, Almeda-Valdes P (2016): Effects of the Non-Nutritive Sweeteners on Glucose Metabolism and Appetite Regulating Hormones: Systematic Review of Observational Prospective Studies and Clinical Trials. PLoS One. 2016 Aug 18;11(8):e0161264. doi: 10.1371/journal.pone.0161264. eCollection 2016. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27537496

U.S. Food and Drug Administration (2007): FDA Statement on European Aspartame Study. http://www.fda.gov/Food/FoodIngredientsPackaging/FoodAdditives/ucm208580.htm

Autor: Thomas Koch www.ironhealth.de (Lizenzübernahme durch Übertragung Fitnessworld24.net auf Konzelmanns.de)