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Kampfsportart Jogo do pau Deutschland

Jogo do pau - knüppelharte Kampfkunst aus Portugal

veröffentlicht von Timo Konzelmann

Jogo do pau bedeutet wörtlich übersetzt „Spiel des Stockes“, und ist, eine in Portugal seit Jahrhunderten praktizierte Form des Stockkampfes.
Die bis zu 2m langen Holzstäbe dienten ursprünglich der Landbevölkerung zur Selbstverteidigung gegen Räuber und Viehdiebe. Häufig diente das Spiel des Stockes auch dazu, Dispute unter Nachbarn auszutragen. Jogo do pau erfordert neben Mut, Kraft und Geschick, vor allem ein hohes Maß an Aufmerksamkeit sowie ein gutes taktisches Verständnis. Der Kampf Mann gegen Mann gehört genauso zum Training wie die Verteidigung eines einzelnen Kämpfers gegen mehrere Angreifer. In speziellen Drills wird die Abwehr aus verschiedenen für den Verteidiger ungünstigen Positionen (sitzend, kniend und liegend) geübt. Wenn ohne Schutzausrüstung trainiert wird, lernt der Schüler selbst unter starkem Druck gelassen zu bleiben und seine Aufmerksamkeit auf den Kampf zu konzentrieren. Sowohl die Schlag- als auch die Stoßtechniken werden als ein- und beidhändige Varianten trainiert. Die folkloristisch-tänzerischen Versionen täuschen leicht darüber hinweg, dass es sich beim Jogo do pau um ein sehr dynamisches und effizientes Kampfkunstsystem handelt. Vor allem mit dem kurzen, knüppelartigen Stock entspricht dieser Kampfstil durchaus den Anforderungen, die an ein modernes Selbstverteidigungssystem gestellt werden.

Jogo do pau

Bild: © Stenzel Washington – Fotolia.com

Ein fester Bestandteil portugiesischer Kultur

Aufgrund der sehr ähnlich aussehenden Schutzkleidung ist es sehr leicht, Vergleiche zum japanischen Kendo zu ziehen. Die Behauptung, portugiesische Seefahrer hätten von Ihren Handelsfahrten japanische Schwertkampftechniken zurück nach Portugal gebracht, und damit die Techniken des Jogo do pau beeinflusst, ist eher unwahrscheinlich, da im Europa dieser Epoche Schusswaffen bereits ihre Vorherschaft angetreten hatten. Viel wahrscheinlicher ist es, dass für gleiche Probleme gleiche Lösungen gefunden wurden, zumal aufgrund der Körpermechanik nur eine begrenzte Anzahl von Bewegungen möglich ist. Sicher hingegen ist, dass nach dem Ende der Militärdiktatur im Jahr 1974, das Spiel des Stockes ein regelrechtes Comeback feierte und sich seinen Platz als fester Bestandteil der portugiesischen Kultur zurückerobert hat. Heutzutage wird Jogo do pau als traditionelle Kampfkunst, als folkloristischer Tanz und als Wettkampfsport ausgeübt.